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Ägypter

 
     
 
Gegenwärtig werden unter dem Namen Ägypter die Bewohner der Arabischen Republik zusammengefasst, deren Amtssprache das Arabische und deren Religion zu 85 % der sunnitische Islam ist. Daneben werden sudanesische, nubische und Berbersprachen als Verkehrssprachen gesprochen. Die wichtigsten Handelssprachen sind Englisch und Französisch. In den insgesamt 27 Provinzen wohnen neben der Hauptbevölkerung muslimischen Glaubens aber auch Kopten, griechisch-orthodoxe Christen, Katholiken, Protestanten und Juden. Da die Staatsreligion der Islam ist, leben diese religiösen Minderheiten in einem Status unsicherer Duldung. Der moderne Staat Ägypten konnte seine Unabhängigkeit erst 1922 erringen, vorher war das Nilland britisches Protektorat. Dieses hauptsächlich arabisch-muslimisch geprägte Volk ist allerdings streng von den Ägyptern des Altertums zu unterscheiden, die zwischen dem 4. Jahrtausend v. Chr. bis in die ersten Jahrhunderte der nachchristlichen Zeit das Niltal und die angrenzenden Wüstengebiete bewohnten. Nach einer längeren Vorzeit (Jungsteinzeit und Steinkupferzeit), die um 5000 v. Chr. begann und um 2850 endete, konnten die ersten Herrschergeschlechter als Pharaonen das Reich einigen und zwischen 2850-2660 die erste und zweite Dynastie eröffnen. Bis zur griechischen Herrschaft unter Alexander d. Gr. und den Ptolemäern (332-30 v. Chr.) folgten im Niltal 30 Dynastien aufeinander, die zwar in mehreren Perioden von fremdländischen Herrschern geführt wurden, aber die Einheitlichkeit der altägyptischen Kultur und Religion nicht zerbrechen konnten. Zeitweilig stieg Ägypten zur Weltmacht im Mittelmeerraum und im Vorderen Orient auf. Die staunenswerten Leistungen seiner Baumeister und Künstler sind auf vielen Gebieten bis heute unübertroffen geblieben. Selbst zur Zeit der Römerherrschaft (30 v.-395 n. Chr.) blieb der kulturelle Kern Altägyptens unangetastet. Erst die Einführung des Christentums durch die Byzantiner 395-640 und vor allem dann die Eroberung des Landes durch die Araber (640) leitete eine völlig neue Ära ein. Omayaden, Abbasiden, Tuluniden, Fatimiden, Mamelucken und Türken islamisierten das Land. Die Moderne, die spätestens seit dem Bau des Suezkanals (1863-69) einsetzte, stellte das Land vor völlig neue Aufgaben, die in einer Bevölkerungsexplosion ohnegleichen und in mehreren revolutionären Umbrüchen gipfelten. Von 14 Millionen Einwohnern im Jahre 1927 stieg die Bevölkerung Ägyptens auf 66,3 Millionen im Jahre 2002.
 
     
     
 
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