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Klein, aber fein ist das Theater, das sich bis Ende August in einer Privatwohnung in der Danzige ulica Danusi 1 (früher Anton Möller-Weg) abspielt. Die Räume wurden vom Ostseekulturzentrum (Nadbaltycki Centrum Kultury) eigens angemietet, um Günter Grass‘ Erzählung "Unkenrufe" in de Nähe des Geburtshauses des Schriftstellers zu inszenieren.
Seit der Premiere am 16. Mai bringen sechs Schauspieler des Danziger Theaters "Wybrzeze" das Stück drei Mal wöchentlich mit großem Erfolg auf die improvisierte Bühne. Eine Stunde lan können bis zu 40 Zuschauer – mehr finden auf der vierstöckigen Tribüne keinen Platz – Theate zum Anfassen erleben.
Das Thema der "Unkenrufe" ist eine polnisch-deutsche Friedhofsgesellschaft in Danzig Vertriebenen Deutsche kehren nach ihremTod in die Hansestadt zurück, auf eine eigens dafür von de Friedhofsgesellschaft angelegte Grabstätte. Weitere derartige Friedhöfe für Stettin, Breslau un Posen sind geplant. Das Stück brandmarkt die polnische Zerstörung all dessen, was deutsch war besonders der vielen alten Friedhöfe, die es nun, da sie gebraucht werden, nicht mehr gibt. S werden sie in der Vorstellungswelt der 1992 erschienenen Erzählung neu angelegt.
Von der Ausstrahlungskraft des Werkes zeugt eine Begebenheit aus dem Herbst letzte Jahres: Damals erhielt der "Bund der Deutschen Minderheit in Danzig" über da örtliche Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland zu dem besagten Friedhof ein Anfrage aus Australien. Eine betagte Danzigerin, die es auf den Fünften Kontinen verschlagen hatte, interessierte sich sehr dafür, in der Heimatstadt ihre letzte Ruhe zu finden.
Sie war völlig davon überzeugt, daß die von Günter Grass beschriebenen Grabstätt tatsächlich existiert. Die Fiktion wurde Wirklichkeit. Mit großem Bedauern sah sich die Danziger Organisation der deutschen Minderheit gezwungen, die Landsmännin aufzuklären.
Noch immer sind die "Unkenrufe" das Ergebnis dichterischer Phantasie. Aber s ganz auszuschließen ist es wohl nicht, daß sie sich eines nicht mehr fernen Tages als Prophetie erweisen könnten.
Ein Schritt in die richtige Richtung ist die für den 21. August ab elf Uhr vorgesehen Einweihung eines Gedenksteins für jene Danziger Deutschen, die auf den Dutzenden in den 1960er un 1970er Jahren von der kommunistischen Verwaltung eingeebneten Friedhöfen begraben lagen. Finanzier wird der Gedenkstein durch den seit gut zehn Jahren |
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