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Daß Ostdeutschland ei agrarisch orientiertes Land war, merkte man in Leipzig nicht zuletzt an den verschiedene Ausstellungen, die die Besucher in großer Zahl anzogen. Die Ostpreußisch Herdbuchgesellschaft war eine der angesehensten landwirtschaftlichen Institutionen de Provinz. In ihr schlossen sich im Jahre 1882 fortschrittliche landwirtschaftliche Betrieb zusammen und gründeten einen Rinderzuchtverband. Initiator war der damalig Generalsekretär des "Königsberger Landwirtschaftliche Zentralvereins", Ökonomierat Kreiss, der vorschlug, aus Holland un Ostfriesland eingeführte Rinder systematisch weiterzuzüchten und in einem Zucht- ode Herdbuch ihre Abstammung zu registrieren.
Die Rinderzucht war eine der tragenden Säulen der ostdeutschen Landwirtschaft. Vo dem Krieg trug die Rindviehhaltung zu 51 Prozent zum Wert des Expo rtes de landwirtschaftlichen Erzeugnisse bei, 27 Prozent Schweine, das Getreide nur zu 14 Prozent und die weltberühmte ostdeutsche Pferdehaltung trug sogar nur 5,5 Prozent de Einnahmen bei. Ein sehr schöner 54seitiger, hübsch illustrierter Katalog von Wilhel Brilling ergänzt die Ausstellung in hervorragender Weise. (Bezug: Ostpreußisch Herdbuchgesellschaft e.V., Im Wolfer 17, 70599 Stuttgart-Plieningen, Preis: 10 Mark)
"Kornkammer des Reiches", so wurde Ostdeutschland vor dem Krieg zu Rech genannt. Nicht nur, daß man sich dort im Gegensatz zu heute selbs versorgte, man konnte sogar noch einmal dieselbe Menge ausführen. Daß dies möglich war dazu trugen unter anderem die jahrhundertelangen Meliorationen bei. Denn der Boden wa durchaus im Durchschnitt nicht überall von ausgezeichneter Qualität. Ostdeutschland hat in Laufe der Zeit eine große Anzahl von ausgezeichneten Landwirten hervorgebracht, die de Ruf dieses Landes als führender Agrarproduzent begründet haben. Solchen Frauen un Männern hat der aus Labiau stammende Gerhard Fischer, Rostock eine Ausstellung gewidmet Er hat eine beeindruckende Anzahl solcher Persönlichkeiten zusammengestellt, die sei neuestem auch in Buchform zu erwerben ist (Bezug über G. Fischer, Schwaaner Landstraß 24 a, 18059 Rostock, Preis: 39,50 Mark).
Auch den Ostdeutschen Skudden und den Rauhwolligen Pommerschen Landschafen war ein kleine Ausstellung gewidmet. Ohne die Fürsorge und Kenntnis der Landsleute wären dies beiden Rassen sicher längst untergegangen, denn weder in Ostdeutschland noch in Pommern gib es heute noch Exemplare von ihnen. Dabei findet ihre Wolle zunehmend Freunde und Abnehmer In einer einzigartigen Aktion eines deutschen Schafzuchtverbandes werden die Wollen de Skudden von der Ostsee bis zu den Alpen wieder zusammengebracht und zu erstklassige Tuchen verarbeitet. Der Zuchtverband hat darüber hinaus auch den eigenen Vertrieb de Tuche und Strickwollen dieser ostdeutschen Landschafrassen übernommen. (Informatione über: Zuchtverband Ostdeutsche Skudden und Rauhwollige Pommersche Landschafe e.V., Au der Heide 3, 53343 Niederbachem.) Antonia Radelbeck
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