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Gärten

 
     
 
Der Handel mit den Häfen des östlichen Mittelmeerraumes und die Feldzüge nach Griechenland und Kleinasien brachten die Römer in Kontakt mit der Schönheit großer Parkanlagen (horti), die einem Paradies glichen und in denen Tiere wie in freier Wildbahn lebten. Diese Erfahrung sprach sogleich die ihnen innewohnende Erdverbundenheit an. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Römer die Erde als Viehzüchter oder Landwirte geliebt, deren Anhänglichkeit an die Scholle aus dem ständigen Kontakt mit ihr, aber auch aus der Arbeit und der Sorge, die sie mit sich bringt, hervorgeht. In ihren domus wurde zunehmend der altertümliche Gemüsegarten hinter dem tablinum durch einen schmuckvollen, aber weniger nützlichen Garten hinter dem Peristyl ersetzt, das seinerseits mit Blumen und Pflanzen bereichert wurde. Und wenn die Ausmaße des Gärtchens zu klein erschienen, scheute man sich nicht, entsprechende Bilder im zweiten pompejanischen Stil an die Wände malen zu lassen, denn der trompe-I’ceil-Stil täuschte die Natur so gut vor, daß man glaubte, sich in einer unendlichen Landschaft zu befinden. Auch auf dem Lande änderte sich die Anlage der Villen , denn aus den ursprünglichen Bauernhäusern wurden Sommersitze, bei denen die von Faunen, Silenen und Naiaden bevölkerten Flanierwege einen gewissen religiösen Aspekt boten.

Auch in Rom bediente sich der Städtehau dieses neuartigen Naturgefühls. Lucullus, der 73 v.Chr. über Mithridates gesiegt hatte, legte als erster im Norden der Stadt Parkanlagen an. Ihm folgten Pompeius und Sallust . Gegen Ende des 1. Jhs, n.Chr. war die ganze Stadt von einem Grüngürtel und von Wäldern umgeben. Sogar bei den Jagdveranstaltungen in den Amphitheatern erkannte man diese Freude an der Natur wieder, die einem fremd vorkam und zum Träumen veranlaßte, denn Jäger wie Zuschauer bestanden darauf, zumindest die Illusion einer realen Jagd zu erleben.
 
     
     
 
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