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Ein Dichter durch die Farbe

 
     
 
Wer wird schon dara denken, hört er den Namen Franz Marc (1880–1916), daß dieser bedeutende deutsch Künstler des frühen 20. Jahrhunderts auch Beziehungen zu Ostdeutschland hatte? – E war im August 1913, da er mit seiner zweiten Frau Maria Franck das Gut seines Schwager (Gendin bei Abelischken, Kreis Gerdauen), besuchte. Bei dieser Gelegenheit erhielt Marc der Tierfreund, eine Ricke geschenkt, die er sich in seinen Wohnort Sindelsdorf schicke ließ. Zwei weitere Rehe ergänzten im Herbst das Gehege.

Neben Rehen, Hunden, Katzen
und Kühen hat Franz Marc jedoch vor allem Pferde auf die Leinwand gebannt, springende, trinkende, streitende, weidende, laufende Pferde, blaue gelbe und rote Pferde. Es entstanden Bilder, die einst großes Aufsehen erregten. Doch "Niemals werde ich um dekorativer Wirkung willen einen Busch blau machen, sondern nu um das Pferd, das sich von ihm abhebt, in seiner ganzen Wesenheit zu steigern" (Marc). Überhaupt wollte Marc mit seinen Pferdebildern die Seele des Tieres deutlic machen: "Ich habe auch gar nie das Verlangen, z. B. die Tiere zu malen, ,wie ich si ansehe’, sondern wie sie sind, (wie sie selbst die Welt ansehen und ihr Sei fühlen)," schrieb er 1915 an seine Frau Maria. Entstanden ist so eine Fülle vo eindrucksvollen Gemälden, die heute zu dem Schönsten zählen, was das frühe 20 Jahrhundert uns hinterlassen hat.

122 Pferdedarstellungen, beginnend mit ersten Naturstudien (um 1905) über erste groß Pferdebilder (ab 1908) bis zu den ausdrucksstarken Werken vor Marcs Soldatentod in Frankreich, zeigt die Staatsgalerie Stuttgart, Konrad-Adenauer-Straße 30-32, noch bis zu 10. September (täglich 10 bis 18 Uhr, donnerstags 10 bis 21 Uhr, montags geschlossen jeden 1. Sonnabend im Monat bis 24 Uhr; Katalog 284 Seiten mit 231 Abb., davon 166 in Farbe, im Museum 39 DM, Buchhandelsausgabe im Verlag Hatje/Cantz).

Neben zwei Hauptwerken aus eigenen Beständen (Die kleinen blauen Pferde 1911 und Die kleinen gelben Pferde 1912) und vielen Leihgaben aus nah und fern wird vor allem ein Bil besondere Beachtung finden, das seit mehr als 60 Jahren nicht mehr in Deutschland zu sehe war: Die roten Pferde (1911), die in die Ausstellung "Entartete Kunst" gelangte und sich inzwischen in den USA befinden. In allen Bildern aber wird deutlich, was Theodo Däubler 1916 über den Maler schrieb: "Marc ist ein Dichter durch die Farbe." Peter van Lohuizen

 
     
     
 
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