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FETALES WACHSTUM

 
     
 
Die Entwicklung des Keimes wird gesteuert durch Gene (Humangenetik) und genabhängige Wirkstoffe (D e t e r rn i n a t o r e n, Hormone). Teilprozesse der Entwicklung sind neben der Größenzunahme durch Assimilation a) Zellwanderungen und Zellverschiebungen, b) Sonderung (Segregation) der Organanlagen, c) Spezialisierung der Struktur der Zellen (v. B e r t a l a n f f y, N e e d h a m). Die Entwicklung des Keiles verläuft im großen und ganzen vom Allgemeinen, d. h. den gemeinsamen Merkmalen größerer systematischer Gruppen, zum Speziellen, das Art, Rasse, Geschlecht und Individuum kennzeichnet. Dementsprechend werden beim menschlichen Keim zuerst Grundmerkmale des Wirbeltierkörpers ausgebildet:

Die Chorda dorsalis als Anlage für das Skelett; dorsal (rückenwärts) davon die Anlage des zentralen Nervensystems, ventral (bauchwärts) Leibeshöhle und Darmrohr. Alle Gewebsdifferenzierungen gehen auf drei verschiedene Zellverbände, die K e i rn -b l ä t t e r, zurück: das E k t o d e r m (äußeres Keimblatt) bildet u. a. das gesamte zentrale und periphere Nervensystem, das M e s o d e r an (mittleres Keimblatt) das Skelett- und Muskelgewebe und damit die Hauptmasse des Körpers, das E n t o -d e r m (inneres Keimblatt) das für die Funktion der Organ.e ausschlaggebende Epithel (Deckgewebe) des Verdauungs- und Atemtraktes. An die Keimblattdifferenzierungcn knüpfen mehrere Klassifikationssysteme von Körperbautypen an (M a r -t i n y, S h e l d o n, Konstitution).

Etwa mit Beginn des dritten Monats sind die speziellen menschlichen Merkmale des Embryos zu erkennen: der Kopfteil, im 2. Monat fast ebenso groß wie der übrige Körper, beginnt sich vom Rumpf abzuheben, die weit seitlich liegenden Augen riikken zusammen, die Nase hebt sich heraus, die Extremitäten bilden sich in menschlicher Weise aus. Längen- und Gewichtszunahme sind in den ersten Monaten am größten, sie nehmen stetig gegen das Ende der vorgeburtlichen Entwicklung hin ab.

Mädchen bleiben von der Geburt bis zum Beginn des puberalen Jachstumsschubes etwas hinter den Knaben zurück; »da bei Ihnen die Pubertät früher einsetzt, überholen sie dann die Knaen für 3-4 Jahre; dann bleiben sie wieder zurück, da bei ihnen as Wachstum früher abgeschlossen wird, während die Knaben och mehrere Jahre weiterwachsen und damit die Geschlechtsnterschiede der Größe sich voll ausbilden. Die doppelte Überchneidung von Längen- und Gewichtszunahme bei Knaben und Mädchen ist ein Kennzeichen aller menschlichen W a c h s tu m s k u r v e . Das Längenwachstum wird bei Mädchen im )urchschnitt mit 18-2o, bei Knaben mit 20-22 Jahren abgechlossen.

)as Verhältnis von Gewicht zu Länge (Index der Körper -: ii l l e; Rohrer-Index u. a.) nimmt vom 1. Jahr an bis zur Pu)ertätszeit ab und steigt nach Abschluß des Wachstums wieder eicht an. Mit diesem wechselnden Längen-Gewichts-Verhältnis ;ind weitere Proportionenveränderun,gen verbunden:

Die relative Kopfgröße (Kopfhöhe in Prozent der Körperhöhe) nimmt während des Wachstums ab, die relative Beinlänge zu. Der Brustkorb wird flacher: der Thorakalindex (Brusttiefe in Prozent der Brustbreite) sinkt, und zwar bei Knaben stärker als bei Mädchen. In der Pubertätszeit zeigen die Rumpfbreitenmaße bei Knaben und Mädchen eine verschiedene Entwicklung: die relative Schulterbreite (Schulterbreite in Prozent der Körperhöhe) nimmt bei Knaben zu, bei den Mädchen bleibt sie annähernd konstant; umgekehrt sinkt die relative Beckenbreite bei den Knaben, während sie bei den Mädchen ansteigt; der Rumpfbreitenindex (Beckenbreite in Prozent der Schulterbreite) zeigt daher besonders deutlich die Ausbildung der geschlechtsspezifischen Proportionen (Konstitution, Geschlechter) im Pubertätsalter an. Am Kopf vergrößert während der Wachtumsperiode der Gesichtsschädel seinen Anteil; das Gesicht streckt sich, Nasenhöhe und Nasentiefe nehmen stärker zu als die Nasenbreite. Individuell variieren Beginn und Ende der W achstumsschiibe, die jährlichen Zuwachsraten und der Wachstumseffekt erheblich. Nach Normtabellen, die wegen der zeitlichen und regionalen Variationen des Wachstums ständig überprüft werden müssen, kann abgelesen werden, wieweit ein Kind vom Durchschnitt seiner Altersklasse abweicht; der Bereich der Norm wird durch das Streuungsmaß a bestimmt; in den Bereich der einfachen Streuung (M ± a) fallen bei Normalverteilung (Methoden) 67 v. H. aller Varianten.

Auch in der sog. stationären Phase nach Abschluß der sexuellen Reifung hört das Wachstum nicht auf, sondern wird nur stark verlangsamt. Insbesondere in der Hauptlängsachse des Körpers setzt sich das Wachstum bis ins Alter hinein fort, bei Männern etwa bis zum 6o., bei Frauen bis zum 5o. Lebensjahr (B ii c h i u. a.). Sitzhöhe, Gesichtshöhe und Kopflänge zeigen die größten Zuwachsraten. Die Gesamtkörperhöhe erreicht jedoch schon früher ihr Maximum, da das Wachstum des Rumpfes ausgeglichen wird durch eine Abnahme der Beinlänge, die auf einem Einsinken des Fußgewölbes und verändertem Schenkelhalswinkel des Oberschenkels beruhen dürfte. Das Gewicht nimmt im Durchschnitt im Erwachsenenalter stärker zu als die Längenmaße, so daß auch der Körperfüllenindex bis ins Alter hinein ansteigt. Erst im Greisenalter nimmt er mit Muskelvolumen, Muskelgewicht und Flüssigkeitsgehalt der Gewebe wieder ab.
 
     
     
 
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