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Gertrud Mosenthin

 
     
 
"Die Reiser, die ich pflanzte den Kindern, mögen werden ein Garten im Licht." Diese Verse des Tilsiter Dichters Johannes Bobrowski (1917-1964) sind zu lesen auf der Todesanzeige für eine Frau, die im gleichen Jahr wie Bobrowski in Tilsit geboren wurde und die ihre Erfüllung in der Arbeit für die Jugend fand: Gertrud Mosenthin. Sie starb am 3. März nach einem erfüllten Leben voller Schaffensfreude in Laboe. Nicht weit von ihrem Wohnort, im Freilichtmuseum Molfsee, befindet sich im dortigen Bergenhusenhaus die Tilsiter Stube, die maßgeblich von Gertrud Mosenthin eingerichtet wurde, zur Zeit aber leider der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Textile Volkskunst
lag der Tilsiterin besonders am Herzen. Bereits während ihres Studiums an der Hochschule für Lehrerbildung in Elbing schrieb sie erste wissenschaftliche Arbeiten, so über ostdeutsche Stickmustertücher. In Berlin begegnete sie am dortigen Volkskunde-Museum Adolf Reichwein, der sie mit seiner Ausstellung "Weben und Wirken" tief beeindruckte. "Das in Museen vorhandene Alltagsgut muß auch nachfolgenden Generationen zugänglich sein, weil es Ausdruck und Nachweis der alltäglich gelebten Kultur eines Volkes ist", dieser Maxime hat sie sich zeitlebens verschrieben.

Als Lehrerin wirkte Gertrud Mosenthin nach dem Krieg in Schleswig-Holstein und beteiligte sich intensiv an der Lehrplanarbeit und Lehrerfortbildung, vor allem im Kunsterzieherverband. Als 1969 erstmals eine Ausbildung für den Textilunterricht an der Pädagogischen Hochschule Kiel geschaffen wurde, übertrug man Gertrud Mosenthin die Leitung. Mit großem Engagement setzte sie sich für eine "Schule als Vermittler von Qualifikationen für gegenwärtige und zukünftige Lebenssituationen des Schülers" ein.

Der so gewandelte Textilunterricht fand Eingang in die Lehrpläne auch anderer Bundesländer. Wissenschaftliche Veröffentlichungen, so die Reihe "Kleiden und Wohnen - Gestaltung der eigenen Umwelt", gehören ebenso zu ihrem Lebenswerk wie Ausstellungen, Vorträge und Seminare, die sie mit großem Einsatz durchgeführt hat. Man
 
     
     
 
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