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Wider den Zeitgeist

 
     
 
Marxismus und Neoliberalismus, so gegensätzlich sie erscheinen mögen, sind durch ein gemeinsames Feindbild innig miteinander verbunden: Beide bekämpfen die "Nation" oder schlichtweg alles "Nationale", wobei sie mit wohlklingenden Schlagwörtern wie "Freiheit", "Gleichheit", "Menschenrechte", "Emanzipation", "Humanität", "offene Gesellschaft", "Toleranz" und dergleichen die Welt einigermaßen erfolgreich hinters Licht führen. Als Ergebnis aber lassen sich nur Werteverfall, Entwurzelung, Auflösung der Familie, Bildungskrise, Arbeitslosigkeit
, Zuwanderung und Aushöhlung jeglicher Autorität registrieren.

Wer dem Treiben nicht resignierend zusieht, sondern sich aktiv am Kampf gegen den Zeitgeist beteiligt, der wird in dem vorliegenden Band eine Fülle von Gedanken, Denkanstößen, Argumenten und Zitaten finden, und zwar unabhängig davon, ob er die weltanschauliche Basis des Autors teilt oder nicht. Friedrich Romig ist einer der markantesten und eben deswegen auch angefeindeten nationalen Autoren im heutigen Österreich. Der habilitierte Volkswirt repräsentiert gleichermaßen den konservativen Katholizismus und die in der Tradition des deutschen Idealismus stehende Ganzheitslehre von Othmar Spann, dem er sich durch seinen Habilitationsvater Walter Heinrich verbunden fühlt. Daß Romig auch Praktiker ist, stellte er als langjähriger Planungsdirektor eines Großbetriebs unter Beweis.

Das Buch faßt mehrere getrennt veröffentlichte Aufsätze zusammen. Eingangs werden die Begriffe "Volk", "Volksgruppe", "Nation", "Vaterland" und "Heimat" behandelt. Hierbei streicht Romig die Verwurzelung im Religiösen heraus und verweist auf die Bedeutung von Bibelübersetzungen zur Herausbildung der Nationalsprachen. Allen "Rechten" steht jedoch ein "corpus von Pflichten" gegen-über, ohne dessen Beachtung das Individuum Gefahr läuft, die individuellen Rechte zu verlieren.

Im Kapitel "Das Wesen des Konservativismus" wird der Vorrang der Gemeinschaft und des Sittlichen unterstrichen. Romig begründet die Notwendigkeit von Hierarchie und Autorität, von körperschaftlich-ständischer Verfassung der Gesellschaft und von Subsidiarität. In "Herrschaft und Opfer" wird der marxistischen These von "Herrschaft" als "Ausbeutung" und dem daraus resultierenden Klassenkampf entgegengetreten. Ein Schlüssel- kapitel ist die Abrechnung mit dem Liberalismus, den Romig als "Immunschwäche Europas" bezeichnet. Dazu kommt eine Gegenüberstellung von "Marktwirtschaft" und konservativer Wirtschaftsauffassung. Für letztere ist Wirtschaft "Leistungsgemeinschaft im Dienste der Gesellschaft".

Das Kapitel "Der Deutsche Idealismus, die Philosophie der Deutschen" befaßt sich abschließend mit dem Idealismus und seinem Gegenpol, der "Aufklärung". Während der deutsche Idealismus als Reaktion auf die Französische Revolution von Kant, Fichte, Schelling und Hegel zur Hochblüte gebracht wurde, führte die Aufklärung zu den Greueltaten der Jakobiner, des Marxismus und aller anderen im Namen von Freiheit, Gleichheit, Demokratie etc. agierenden Bewegungen. Die Ganzheitslehre, die letzte Ausprägung des deutschen Idealismus, empfiehlt Romig als Wegweiser in die Zukunft. RGK

Friedrich Romig: "Die Rechte der Nation", Leopold Stocker-Verlag, Graz - Stuttgart 2002, 190 Seiten, 22 Eur
 
     
     
 
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