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Bedeutende Quellen

 
     
 
Auf dem ehemaligen Geheim Cämmerir Timm schen Grundstück, links von der großen Avenue gelegen, die unmittelbar von dem sogenannten grünen Gitter nach Sanssouci führt und das von Seiner Majestät dem Könige Friedrich Wilhelm IV. 1840 angekauft und demnächst der Frau Fürstin von Liegnitz zu lebenslänglichen Benutzung überwiesen wurde, befohlen Ihre Durchlaucht die Erbauung einer Villa auf Höchst ihre Kosten." So beschreibt der Baumeister Albert Schadow die Vorgeschichte der von ihm 1841 errichteten Villa für die zweite Gemahlin Friedrich Wilhelms III. in seinem 1862 erschienen Baubericht. 1907 und 1908 wurde die Villa Liegnitz für Prinz August Wilhelm umgebaut.

Fast 100 Jahre später, im Frühling 2006, wird ein Teil der Fotothek der Stiftung Preußische Schlösser
und Gärten (SPSG) mit der historischen Fotosammlung und der Digitalisierungswerkstatt in das Gebäude "links von der großen Avenue" einziehen.

Die Erschließung der historischen Fotosammlung der preußischen Schlösser und Gärten durch die Digitalisierung und Inventarisierung schließt neben den bereits erschlossenen Sammlungen des Meßbildarchivs Berlin und des Bildarchivs Preußischer Kulturbesitz die letzte große Lücke bei der fotografischen Dokumentation der Kunst- und Architekturdenkmale in der Region Berlin-Brandenburg. Die etwa 20000 Aufnahmen (sw Gelatinetrocken-, Autochromplatten und Azetatfilm) der historischen Fotosammlung können nun digitalisiert und systematisch für die Wissenschaft und interessierte Öffentlichkeit über eine Bilddatenbank erschlossen werden. Die Sammlung ist Teil des Gesamtbestandes der Fotothek, die insgesamt etwa 80000 Aufnahmen aus dem Zeitraum vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart aufbewahrt. Im Projekt werden auch sehr frühe Aufnahmen aus den Jahren 1894 bis etwa 1920 digitalisiert, wie die Aufnahmen der Kaiserresidenz auf Korfu und des Gartenparterres des Neuen Palais.

Abgebildet sind nicht nur Innen- und Außenräume der Potsdamer, Berliner und märkischen Schlösser und Gärten, sondern zum Beispiel auch die Schloßanlagen in Brühl, Kassel, Wiesbaden und Stolzenfels, die ehemals zur Schlösserverwaltung gehörten.

Die Bedeutung der Sammlung liegt in der Dokumentation baulicher und gartenarchitektonischer Zustände vor und nach den beiden Weltkriegen sowie Situationen vor und nach großen Restaurierungskampagnen.

Auch Aufnahmen der heute nicht mehr existierenden preußischen Königsschlösser mit Inventar sind umfassend in der Sammlung dokumentiert. Aufnahmen von Objekten aus den Sammlungen der Schlösserverwaltung, die seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen sind, gehören ebenfalls dazu. Diese Fotografien sind heute zum Teil die einzig erhaltenen Bildquellen zu diesen Kunstwerken und daher für die Provenienz- und Verlustforschung unverzichtbar.

Aus konservatorischen Gründen sind die Aufnahmen zur Zeit nur vor Ort im Dokumentations- und Informationszentrum für Forscher nutzbar. Die Digitalisierung der mit Urheber- und Verwertungsrechten der SPSG ausgestatteten historischen Fotosammlung dient daher sowohl der Bestandserhaltung und -erschließung als auch der Vermittlung und Nutzbarmachung wissenschaftlich bedeutender Quellen der Kulturgeschichte. Die Digitalisate werden nach der Erschließung über die Bilddatenbank im Internet veröffentlicht. SPSG

Auch sehr frühe Aufnahmen werden berücksichtigt
 
     
     
 
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