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Boom in Osteuropa

 
     
 
Versagen der Justiz

Prag - Mit Empörung ist bei einem Teil der tschechischen Öffentlichkeit der Freispruch zweier ranghoher kommunistischer Funktionäre am 23. September aufgenommen worden. Der heute 80jährige Milous Jakes und der 79jährige Jozef Lenart waren der Beihilfe zum Landesverrat angeklagt, weil sie zur Zeit des "Prager Frühlings" am 22. August 1968 an einem Treffen in der sowjetisch
en Botschaft in Prag teilgenommen hatten, bei dem die Bildung einer moskauhörigen Regierung beschlossen wurde. Diese sollte im nachhinein die Besetzung des Landes durch Warschauer-Pakt-Truppen legalisieren. Der Freispruch erfolgte trotz eines anderslautenden Gutachtens des renommierten Instituts für Zeitgeschichte der Akademie der Wissenschaften in Prag. Die Richterin wies auf die zur Tatzeit gültigen Gesetze hin, gegen die die Angeklagten nicht verstoßen hätten. Bis heute sind in Tschechien überhaupt erst 13 kommunistische Täter rechtskräftig zu Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten auf Bewährung und fünf Jahren ohne Bewährung verurteilt worden.

 

Erfolge für Ungarn

Preßburg/Neumarkt - Die in der neuen slowakischen Regierung gestärkt vertretene Partei der ungarischen Koalition (SMK) konnte durchsetzen, daß die Gründung einer ungarischsprachigen Universität im Regierungsprogramm festgeschrieben ist. In Rumänien wurde Anfang Oktober bereits eine solche Universität im siebenbürgischen Neumarkt (Marosvásárhely / Tirgu Mures) eröffnet.

 

Gesetz schützt Sprache

Bukarest - Der rumänische Senat nahm am 6. Oktober ein Sprachschutzgesetz an, das der eigenen Wirtschaft vorschreibt, Fremdwörter im Geschäftsverkehr, in Firmenbezeichnungen oder in der Werbung um Übersetzungen ins Rumänische zu ergänzen. Bei Zuwiderhandlung gegen das noch von der Abgeordnetenkammer zu billigende Gesetz sind Strafen von umgerechnet bis zu 1500 Euro vorgesehen.

 

Gesichter einer Stadt

München - Im Haus des Deutschen Ostens (HDO) in München wurde am 10. Oktober eine Fotoausstellung "Riga. Gesichter und Geschichten" eröffnet. Die umfangreiche Schau kann bis zum 7. November besichtigt werden (HDO, Am Lilienberg 5, 81669 München, Tel.: 089-449993-0
 
     
     
 
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