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Brutalität auf allen Seiten

 
     
 
Seit Ende letzten Jahres können sich die Dresdner am Anblick der wiederaufgebauten Frauenkirche erfreuen, trotzdem darf man nicht vergessen, wie sehr vor allem die Zivilbevölkerung in den letzten Monaten des Krieges gelitten hat. Aber nicht nur Dresden selbst, sondern das gesamte Umland litt. Im Frühjahr 1945 drang nicht nur aus der Luft, sondern auch vom Boden der Krieg in den Alltag der Menschen. Wolfgang Fischer hat in "Das Kriegsende in Sachsen 1945" die letzten dramatischen Kämpfe zwischen den Resten der deutschen Wehrmacht und der Übermacht
der russischen, polnischen und US-amerikanischen Soldaten in Leipzig, bei Bautzen, Radeberg und Grimma nachgezeichnet. Immer wieder geht er auch auf die Folgen für die Bevölkerung ein.

"Der Soldat Joe Polowsky berichtet: ,Es war ein großartiges Gefühl, die Elbe zu sehen ... Die Russen winkten und gaben uns zu verstehen, wir sollten uns ihrer Linie nähern. Wir befanden uns bei Strehla, ungefähr 16 Meilen südlich von Torgau ... Auf der Landstraße vor uns sahen wir viele Russen. 50 Yards nach rechts und links war das Gelände mit Leichen bedeckt - Frauen, alte Männer, Kinder. Ich erinnere mich noch heute an ein kleines Mädchen, das mit der Hand eine Puppe umklammert hielt - gerade vor mir. Es kann nicht älter als fünf, sechs Jahre gewesen sein. Und mit der anderen Hand klammerte es sich an seine Mutter. Die Toten lagen aufgestapelt wie Klafterholz am Ufer. Joe Polowsky beschreibt den Schauplatz eines Massakers von Rotarmisten, die einen Flüchtlingstreck buchstäblich überrollt hatten. Die amerikanischen Soldaten zeigten sich tief betroffen."

Wolfgang Fleischer berichtet gleichermaßen über die Art und Weise der Einnahme großer Städte wie kleiner Dörfer. Dabei ist das Buch nach den Regionen Westsachsen, Erzgebirgevorland, Ostsachsen, Dresden und Osterzgebirge aufgegliedert.

Immer wieder wird auf die Brutalität zwischen den sich bekämpfenden Truppen eingegangen, die vor der Zivilbevölkerung nicht halt machte. So berichtet der Autor von sinnlosen Massakern an den deutschen Bewohnern der eingenommenen Orte. Auch vom unnötigen Flammentod von 195 gefangenen Volkssturmmännern auf dem Gut Lobenstein schreibt Fleischer ausführlich.

Mit "Das Kriegsende in Sachsen 1945" ist dem Autor eine kurze, kompakte Dokumentation der Ereignisse gelungen. Fritz Hegelmann

Wolfgang Fleischer: "Das Kriegsende in Sachsen 1945", Podzun-Pallas, Wölfersheim-Berstadt, broschiert, zahlreiche Abbildungen, 160 Seiten, 12,60 Euro 5571
 
     
     
 
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