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Buch über die Kindheit des Vaters des Kleinen Prinzen

 
     
 
Kaum zu fassen: er wird schon 60 Jahre alt und wirkt doch noch so jung! "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry erblickte 1943 das Licht dieser Welt und wurde bald geliebt, nicht nur von Kindern, für die er eigentlich "geboren" war. Heute gehört das Buch mit einer Auflage von über acht Millionen Exemplaren zu den meistgelesen und neben der Bibel und dem Koran zu den meistübersetzten Büchern der Welt. Feinfühlig beschreibt der Autor, selbst Pilot, sein Treffen mit dem kleinen Außerirdischen mitten in der Sahara, nachdem er mit seinem Flugzeug abgestürzt ist und mutterseelenallein auf Rettung wartet. Sein leidenschaftliches Plädoyer für Freundschaft und Menschlichkeit ist auch heute noch ein Lesevergnügen der besonderen Art, ganz gleich in welchem Alter man zum "Kleinen Prinzen" greift: "Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache", läßt Saint-Exupéry den kleinen Prinzen sagen. "Und wenn du dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben. Du wirst immer mein Freund sein. Du wirst Lust haben, mit mir zu lachen ..."

Wer war dieser Mann, der sich solch zauberhafte
Geschichten ausdenken konnte? Geboren wurde Antoine de Saint-Exupéry 1900 in Lyon. Er entstammte dem alten Adel des Limousin, einer der ältesten Familien Frankreichs. Mit ihm wuchsen noch drei Schwestern und ein Bruder, mit dem ihn eine innige Zuneigung verband, auf. Gemeinsam hecken die Jungen allerlei Unsinn aus, sie basteln an Motoren - ihre große Leidenschaft. Als einer dieser Motoren explodiert und der zwei Jahre jüngere Francois verletzt wird, ist Antoine untröstlich. Was erst, als der Bruder viel zu früh stirbt?

Einzelheiten aus der Kindheit des Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry erfährt man in dem Buch "Fünf Kinder in einem Park", geschrieben von Simone de Saint-Exupéry (1898-1978), der älteren Schwester des Autoren. Die ungewöhnliche Frau - sie schrieb sich als eine der ersten Frauen an der École des Chartres ein, wurde Archivarin und Paläografin - lebte 25 Jahre in Indochina, arbeitete dort für Archive, schrieb aber auch für indochinesische Zeitungen über geschichtliche, politische und wirtschaftliche Themen. 1955 nach Frankreich zurückgekehrt, wurde sie zur Konservatorin für die Nationalarchive in Paris ernannt. Sie veröffentlichte Novellen und Gedichte, allerdings unter dem Pseudonym Simone de Remens, da ihr Bruder keinen zweiten Schriftsteller in der Familie wünschte. Als besonders gelungen gilt ihr Manuskript "Fünf Kinder in einem Park", das jedoch unvollendet blieb. Viel erfährt man darin über das Leben in der vaterlosen Familie, aber auch über die Welt, in die der junge Antoine hineinwächst, und über das Leben zu Beginn des 20. Jahrhunderts. - Viel mehr als eine wunderbare Ergänzung zum "Kleinen Prinzen".

Simone de Saint-Exupéry: "Fünf Kinder in einem Park. Die Kindheit des ,Kleinen Prinzen ", Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 2003, zahlr. sw Fotos, brosch., 238 Seiten, 8 Euro
 
     
     
 
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