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Nütze den Tag

 
     
 
Ohne Fragen, es gibt ein "Evangelium des Glücks". – Unsere Lebenskunst besteht darin, daß wir überall und zu unseren Mitmenschen offene Sinne haben. Ein chinesisches Sprichwort sagt: Glück entsteht meist durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück durch Vernachlässigung kleiner Dinge. Doch im Leben gibt es nur ein Glück, wie es auch nur eine Schönheit geben kann; es offenbart sich in unendlich vielen Formen immer aufs neue. Manche glauben sehr oft, rettungslos verloren zu sein. Und doch sollten sie wissen, daß uns Menschen ein Ozean des Glücks umgibt, wenn wir nur Verstehen, daraus zu schöpfen.

Viele Jahrhunderte hindurch haben Theologen und Philosophen die Lehre vertreten, daß unsere Erde und unser Leben ein "Jammertal" sei. Der Engel mit dem Flammenschwert verwehre jedem Sterblichen den Einlaß am Tor zum Paradies. Noch bitterer spricht der Herausgeber
einer amerikanischen Zeitschrift. "Jeder, der heutzutage glaubt, glücklich zu sein, sollte sich auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen."

Doch damit ist die Frage nach dem Glück nicht beantwortet. Bereits ein großer Gelehrter und Schriftsteller, der vor 2000 Jahren in China lebte – Konfuzius – kannte insgesamt 288 verschiedene Deutungen des Glücks. Der Himmel bewahre uns davor, sie alle an dieser Stelle aufzuführen! Vielleicht kann man den Begriff "Glück" ebensowenig erklären wie Harmonie, Wohlbefinden, Liebe, Freude oder Lust. Denn genaugenommen bedeutet "Glück" einen echten Gefühlszustand, den man besitzt oder nicht besitzt. Den man aber besitzen kann, wenn man sein ganzes Streben darauf richtet, zumindest sich ernstlich darum bemüht.

Nun lebten unter uns eine nicht unerhebliche Reihe von "Lebenskünstlern", Menschen also, die immer, was und wo es auch sei, vom Glück begünstigt sind, andere dagegen als ausgesprochene "Pechvögel" oder "vom Unglück Verfolgte …"

Einer der ersten "Klassiker des Glücks" war Epikur, der um 300 v. Chr. in Griechenland wirkte: Er erwarb in Athen ein großes Gelände, auf dem sich Wohn- und Gemeinschaftsräume befanden. Das galt damals als ein "Sanatorium für Glückssucher", eher noch eine "Volkshochschule für Lebenskünstler". Fast vierzig Jahre wirkte Epikur in dieser Gemeinschaft inmitten einer beachtlichen Schülerschar, die ihn als Lebenskünstler verehrte. Ihr Motto war "Leben und leben lassen". Doch nicht nur für Wohlhabende war in dieser Gemeinde Platz, auch die Gattinnen der Männer, ja, selbst ihre Sklaven fanden Aufnahme in dieser "Glückssucherschule". Sie alle waren mehr oder minder "Lebenskünstler", ihr erstrebenswertes Ziel, ein liebenswertes Verhalten gegenüber allen Mitmenschen und ein friedvolles überdies. Sie brachten weiterhin Gesundheit in Verbindung mit einer sich immer gleichbleibenden Stimmung: Euphorie als ihr eigentliches Sinnbild. Ihr höchster Leitsatz, den man in unserem neuen 3. Jahrtausend nur unterstreichen kann: "Entziehe dich der Vergewaltigung durch die Gesellschaft. Meide ihre allzulange Bewunderung ebenso wie ihre Kritik. Werde frei von Furcht. Nütze den Tag und die Stunde und lies das Glück auf, wo es sich dir zeigt!"

 
     
     
 
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