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Totschläger

 
     
 
Potsdam - dieser Name ist Programm. Wer an die brandenburgische Landeshauptstadt denkt, dem kommen Friedrich der Große, Sanssouci oder die Garnisonkirche in den Sinn. Wer dann aber mit dem Zug auf dem Potsdamer Hauptbahnhof ankommt, der sieht nur noch Plattenbauten sozialistischer Manier. Aus allzu großer Nähe ist Potsdam nicht mehr das, was es einmal war.

Zur Zeit sind die lokalen Politiker von SPD bis CDU in heller Aufregung. Eigentlich soll zum 15. Jahrestag der Vereinigung alles auf die Stadt schauen. Doch statt Vorfreude auf das Jubiläum herrscht in Potsdam inzwischen schiere Angst vor einer politischen Eskalation zwischen rechts- und linksaußen
.

Vor knapp zwei Wochen hatte es nachts einen vermeintlichen Mordversuch auf offener Straße gegeben. Vier linke Jugendliche, die im Szenecafé "Chamäleon" ein- und ausgehen, hatten einen 16jährigen beinahe totgeschlagen, weil sie ihn der rechtsradikalen Szene zuordneten. Der hatte friedlich im Café Heider gesessen - mitten auf Potsdams Flaniermeile. Nur das beherzte Eingreifen von Passanten rettet dem Jungen das Leben. Die Täter - gehüllt in "szenetypische" Kapuzenklamotten und mit Teleskopstöcken, sogenannten "Totschlägern" bewaffnet - konnten festgehalten werden. Die jüngste der vier ist ebenfalls erst 16, die beiden Männer sind 20, die Anführerin sogar 21 Jahre alt.

Und nicht nur das. Die junge Frau namens Anna hat auch einen Job in dem Punk-Lokal "Chamäleon", und das wird aus öffentlichen Mitteln gefördert. Auf linksradikalen Internetseiten wird zur Solidarität mit ihr und "Artur" aufgerufen. Die beiden befinden sich in U-Haft. Natürlich ist das "Scheißsystem" an allem schuld, lautet der Tenor der Linksextremen.

Wohlgemerkt: das Scheißsystem, das für "Anna" einen Job im Chamäleon übrig hatte. Trotzdem beschweren sich viele Linke in ihren Internetforen darüber, daß die Zeitungen den Potsdamer Mordanschlag zu sehr "hochgespielt" hätten. Geradezu kleinlaut erklärt nur ein einziger der Teilnehmer, das liege daran, daß die "Rechten keinen geförderten Jugendclub haben".

Staatlich geförderte Jugendclubs für Randgruppen mit kriminellem Hintergrund? Friedrich der Große hätte jeden seiner Minister in die Wüste gejagt, der ihm einen solchen Vorschlag unterbreitet hätte.
 
     
     
 
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