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Verklungene Melodien

 
     
 
Hört man den Namen Potsdam, da denkt man an Begriffe wie Militär oder Garnison, an Preußen natürlich. Aber Potsdam und Musik? Da denkt man vielleicht an das berühmte Glockenspiel der Garnisonkirche zu Potsdam, das als Stundenlied den Choral "Lobe den Herrn, den mächtigen König" und zur halben Stunde "Üb immer treu und Redlichkeit" erklingen läßt. An Friedrich den Großen
und sein Schloß Sanssouci, an das Flötenkonzert des Preußenkönigs, das durch Adolph Menzel so unsterblich wurde. Schon 1929 forderte Georg Hermann: "Man muß, wenn man über Potsdam schreibt, ganz gleich als was und wer, endlich mal vom Exerzierreglement loskommen und sich der Schönheit dieses Ortes rein und frei hingeben." Das dachte sich auch Christina Siegfried und machte sich auf, die Stadt zu erkunden.

Auf Spaziergängen (und Radtouren) entdeckte sie nicht nur die Schönheit der Stadt, sie ging auch den Spuren nach, die Komponisten, Musiker, Kapellmeister oder Instrumentenbauer hinterließen. Sie wandelte sozusagen "auf den Spuren verklungener Werke, gesungener Lieder und Arien, verhallter musikalischer Feste".

Acht dieser Spaziergänge hat Christina Siegfried nun in einem Buch festgehalten, in dem sie "Bekannteres - wie die Schauspielmusiken eines Felix Mendelssohn Bartholdy - ebenso präsentiert, wie sie weniger oder kaum Bekanntes aufzeigt - sei es das reiche musikalische Leben der Stadt im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, das durchaus bewußt und gern von der Berlin-Nähe partizipierte, die Geschichte der Militärmusik, die lange Chortradition Potsdams bis hin zum heutigen bunten und vielgestaltigen musikalischen Leben - zwischen Schloßtheater und Waschhaus, Nikolaisaal und als globe, Musikfestspielen und Rockkonzert auf dem BUGA-Gelände". In Die Musen tanzen Hand in Hand - Musikalische Spaziergänge in Potsdam (L & H Verlag, Hamburg, 204 Seiten, zahlr. Abb., Karten, brosch., 12,80 Euro) findet der Leser Fakten und Geschichten, Vergangenes und Gegenwärtiges.

Man begegnet Namen wie dem des Hofkapellmeisters Johann Friedrich Reichardt. Der Königsberger, der nacheinander drei Herrschern diente, hatte den Auftrag, die Trauerkantate auf Friedrich den Großen zu schreiben. Ein Kanonenschuß auf dem Platz vor der Garnisonkirche gab der Komposition schließlich erst den richtigen Abschluß. Man liest aber auch über den Königsberger Gerhard Rosenfeld, der neben Opern und Orchesterwerken auch Filmmusiken für die DEFA schrieb. Zur Einstimmung sind vor jedem Spaziergang Empfehlungen der Autorin für ausgewählte CDs gedacht, die Lust machen auf mehr Musik.

Herausgegeben wurde das Buch aus Anlaß des 15jährigen Bestehens der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci und des fünfjährigen Bestehens des Nikolaisaals Potsdam, hinter dessen barocker Straßenfassade wichtige Konzerte stattfinden und wo unter anderem die Singakademie Potsdam, aber auch der Potsdamer Männerchor 1848 e.V. mittlerweile eine Heimstatt gefunden haben. Entstanden ist ein spezieller Reiseführer durch Potsdam, aber auch ein unterhaltsames Lesebuch einmal für Freunde der Musik und dann für alle, die Potsdam schon immer einmal von einer anderen Seite kennenlernen wollten.

Adolph Menzel: Hofkonzert (Skizze)
 
     
     
 
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