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Die "Pommersche Zeitung" vom 27. Mai wundert sich über die Untätigkeit der EU angesichts der Regierungsbeteiligung zweier offen extremistischer Parteien in Polen und kritisiert mit Hinblick auf das Kesseltreiben gegen Österreich vor sechs Jahren:

"Es ist unerträglich, wie die europäischen Regierungen mit zweierlei Maß messen ... Auch EU-Mitglieder dürfen sich aus der europäischen Wertegemeinschaft nicht verabschieden. Milliarden
zahlungen aus der EU-Kasse an Staaten mit einer von Extremisten getragenen Regierung sind völlig unverständlich."

 

Die "Welt" vom 30. Mai sieht den DGB nach dem jüngsten Gewerkschaftskongreß ebenso untergehen wie einst die DDR:

"In Gestalt des PDS-Linkspartei-Funktionärs Lafontaine reichten auch Teile der alten SED den Westgewerkschaften ihre - seit dem 17. Juni 1953 - blutigen Hände. Der DGB nahm jubelnd an. Das Leben wird dies bestrafen."

 

Die "Berliner Morgenpost" vom 29. Mai untersucht, warum polnische Reiseveranstalter potentielle deutsche Touristen in der Hauptstadt neuerdings mit Städtenamen wie Breslau und Posen statt "Wroclaw" und "Posznan" umwerben:

"Offenbar handelt man nach der Devise ,Von Königsberg lernen, heißt deutsche Touristen werben . Die jetzt russische Stadt im ehemaligen Ostdeutschland nennt hierzulande ja schon lange keiner mehr ,Kaliningrad . Wer Königsberg sagt, der träumt einen vagen Traum vom deutsch-russischen Händedruck über dem Grab von Kant."

 

Gern reden sich deutsche Politiker mit dem Hinweis auf zwingende "Europäische Richtlinien" heraus, wenn sie für unpopuläre Gesetze gescholten werden. Dem hält die "Frankfurter Allgemeine" vom 26. Mai entgegen:

"Diese (europäischen) Rechtsakte stehen am vorläufigen Ende eines langwierigen Verfahrens, das nicht nur von der EU-Kommission, sondern auch von den nationalen Regierungen ausgeht. Letztere wollen oft auf dem Umweg über Brüssel Regelungen durchsetzen, für die es zu Hause nicht wirklich eine Mehrheit gibt. Und damit haben sie Erfolg."

 

Der Bär ist los

Daß Bären völlig harmlos sind,

falls richtig aufgebunden,

weiß heute schon ein jedes Kind,

dem Gummibärchen munden.

Nur weiß es ebenso der Bär?

In Österreich und Bayern

mißtraut man dem Gelaber sehr,

das Bärenfreunde leiern!

Der Bär ist los auch in Berlin,

wo alle Bahnhof hören,

der teurer war, als einst es schien,

und kaum wen scheint s zu stören.

Gewiß, der Wappenbär ist zahm,

der Pleitegeier aber

wirkt ganz und gar nicht flügellahm -

doch Schluß, sonst wird s makaber.

Gonzalo de Braganza
 
     
     
 
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