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Durch nichts zu ersetzen

 
     
 
In einem offenen Brief an Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat sich eine Hausfrau und Mutter aus Hamburg gegen ein, wie sie schreibt, "Berufsverbot" gegen ihren "Hauptberuf als Mutter von drei Schulkindern und Hausfrau" gewandt, obwohl "ich mir nichts habe zuschulden kommen lassen", denn "ich erledige meine Aufgaben mit großem Engagement
, mache wenn nötig Überstunden, habe kaum Fehlzeiten und sorge immer für eine adäquate Vertretung". Das Verbot sieht die im Erwerbsberuf als Kinder- und Schulärztin sowie als Familientherapeutin tätige Hausfrau darin, daß die Ministerin beabsichtige, "die Ganztagsbetreuung für Kinder jeden Alters" auszubauen und "verpflichtende Ganztagsschulen" einzuführen. Die Ministerin nehme "mir damit mein wichtigstes Betätigungsfeld und den Kindern eine individuelle Erziehung!" Die Unterzeichnerin habe sich, "wie viele Frauen in Deutschland, freiwillig und aus innerer Überzeugung für die Ausübung meines Lieblingsberufes entschieden, nämlich Mutter zu sein, und empfinde das als meine eigentliche Berufung und Aufgabe. Erziehung ist oft spontan - Kinder fragen und dann gibt man eine Antwort, was die Präsenz voraussetzt." Diese liebevolle Präsenz solle nun von Staats wegen abgebrochen werden. Aber "Mutter zu sein bedeutet für mich im wesentlichen, für meine Kinder da zu sein und viel Zeit mit ihnen zu verbringen, um sie auf dem Weg zu einem verantwortungsbewußten Menschen begleiten zu können". Das machten die Pläne der Ministerin zunichte.

Die an Medien, Politiker und Wissenschaftler gerichtete E-Mail begründet die offene Beschwerde mit dem großen Engagement bewußter Mütter und Hausfrauen für ihren Beruf. "Bisher habe ich meinen Job gut gemacht: Ich habe für die Kinder gesorgt, als sie klein waren; ich habe Nächte durchwacht, als sie krank waren; ich habe hinter ihnen gestanden, wenn es Schulprobleme gab oder Phasen mit wenig Motivation zu überstehen waren, wenn es Liebeskummer gab; ich habe ihre Fähigkeiten gefördert; habe diskutiert, wenn es um Mobbing, Gewalt oder Drogenkontakt ging. Ich habe auch an meiner Persönlichkeit gearbeitet, habe mich fortgebildet, Kurse in Babymassage besucht, Erziehungsbücher und Was-ist-was-Bücher gelesen, wurde Fachfrau für gesunde Ernährung, bringe die Talente der Kinder zur Entfaltung, habe gelernt, drei Dinge gleichzeitig zu tun, täglich trainiere ich Gesprächsführung und Controlling, habe gelernt, positiv zu denken." All das mache trotz der enormen Belastung "Spaß, und ich möchte nicht eine Minute missen!"

Der mit Maria Steuer unterzeichnete Brief fragt: "Kann die Gesellschaft es sich leisten, auf solch eine Arbeit zu verzichten, wie sie nur Mütter und Hausfrauen beziehungsweise Familienmanagerinnen vollbringen? Glauben Sie wirklich, daß Erzieherinnen oder Pädagogen meinen Job besser machen? Ich akzeptiere durchaus Mütter, die so wie Sie andere Lieblingsberufe haben. Warum wird dann nicht umgekehrt akzeptiert, daß ich gerne Mutter und Hausfrau bin?" Ihr scheine es fast so, als ob die Ministerin ihren eigenen "Lebensplan als den allein glücklich machenden" betrachte und nun "über die Geldverteilung den Rest der Mütter zwingen" wolle, "eben diesen auch zu leben. Von Wahlfreiheit kann so nicht die Rede sein, ..."

Offenbar steht hinter dem Brief eine Anzahl von Befürwortern in Verbänden und Vereinen, denn in einem P.S. fügt Frau Steuer hinzu: "Sollten Sie Interesse an Fachliteratur haben, die Ihnen wissenschaftlich belegt, daß meine Erziehungsarbeit durch nichts zu ersetzen ist ... schauen Sie sich die Homepage www.familien-ev.org an." Lim

Glaubt an das, was sie macht: Ursula von der Leyen
 
     
     
 
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