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Die TV-Welt der bösen Bilder

 
     
 
Es ist gerade ein Jahr vergangen, seitdem die Propaganda-Ausstellung "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 – 1945" von Reemtsma und Heer aufgrund ihrer systematischen Falschdarstellungen geschlossen werden mußte, da wartet das Zweite Deutsche Fernsehen mit einer Fortsetzung der Reemtsma-These in Filmform auf. Am vergangenen Dienstag sendete das ZDF die erste Folge einer aus sechs Teilen bestehenden angeblichen Dokumentation mit dem Thema "Holokaust" (sic!). Sie, die unter der Leitung des sattsam bekannten Guido Knopp
und unter der Schirmherrschaft von Simon Wiesenthal steht, hat sich, wenn man nach der ersten Folge urteilt, offenbar zum Ziel gesetzt, die von Reemtsma-Heer zwangsweise zunächst fallen gelassene Behauptung wieder aufzunehmen, daß die Soldaten der Deutschen Wehrmacht es waren, die nichts anderes im Sinn hatten, als im Zweiten Weltkrieg Massenmorde vor allem an Juden zu begehen.

Knopp verkündete in der bekannten satten Selbstzufriedenheit, daß er noch nie veröffentlichtes Filmmaterial ebenso auswerten konnte wie die Aussagen von 500 Zeitzeugen. Woher das Filmmaterial kommt, geht aus Pressematerial des ZDF hervor, nämlich aus "osteuropäischen Archiven", also aus sowjetischen Sammlungen. So hatten es auch Heer und Reemtsma gemacht, die diesen Fotos dann den von ihnen gewünschten deutenden Text unterlegten, der dann später zum großen Teil als falsch entlarvt werden konnte.

Man sieht in dem Knopp-Film, wie Juden im sowjetischen Machtbereich zusammengetrieben und teilweise auch mißhandelt werden. Man sieht grabende Menschen, und es wird behauptet, es seien Juden, die sich ihr eigenes Grab schaufeln müssen. Man sieht eine Schützenkette von Polizeisoldaten durch einen Wald gehen, und eine Stimme aus dem "Off" erklärt, die Polizei jage jüdische Frauen, die sich dem Massenmord zu entziehen trachteten. Gezeigt werden aber keine Jüdinnen. Um den verbrecherischen Charakter der deutschen Soldaten zu kennzeichnen, wird behauptet, daß Wehrmachtsoldaten 30 000 sowjetische Kommissare ermordet hätten, eine Zahl, die der Filmemacher sich aus den Fingern gesogen hat, denn in einer Veröffentlichung, der eher zu trauen ist, (Autor ist der ehemalige Historiker-Stabsoffizier des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, Oberstleutnant a.D. Dr. Rohde) liest man, es sei aufgrund der Quellenlage nicht mehr zuverlässig zu ermitteln, wie hoch die Anzahl erschossener Kommissare tatsächlich gewesen sei. Er gelangt nach Überprüfung aller im Rahmen der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse vorgelegten Meldungen zu einer Schätzung von 700 Getöteten bzw. gefangenen Kommissaren. Das ist etwas ganz anderes als die Knoppsche Phantasiezahl.

Wie Reemtsma so erweckt auch Knopp den (falschen) Eindruck, erst im späteren Verlauf des Krieges habe Stalin den Partisanenkrieg ausgelöst, so daß in den ersten Monaten nach Kriegsbeginn die Verfolgung von Partisanen in Wahrheit der Judenvernichtung gegolten habe. Tatsächlich hat Stalin jedoch bereits am 3. Juli 1941 den Partisanenkrieg ausgerufen, der auch überraschend schnell wirksam wurde und deutsche Gegenmaßnahmen, kriegsrechtlich gedeckt, auslöste.

Nachdem ausländische Historiker aufgedeckt haben, daß die von Reemtsma präsentierten Fotos von Leichenbergen in Lemberg Opfer des sowjetischen Geheimdienstes waren, kann Knopp nicht umhin, diese Tatsache zuzugeben, behauptet aber, die SS habe mit der Propagandabehauptung, Juden seien an den Massenmorden Schuld, die Ukrainer und Polen zur Judenverfolgung aufgehetzt, was nachweislich falsch ist. Im Gegenteil hat die Wehrmacht im Raume Lemberg nur mit großen Mühen die Verfolgung der Juden stoppen können, die die einheimische Bevölkerung verantwortlich machte für die sowjetischen Massenmorde.

In der anschließenden Diskussion war es allein der ehemalige Bundeswehrgeneral und Weltkrieg-II-Teilnehmer Schmückle, der gegen den Chor der Political Correctness der übrigen Gesprächsteilnehmer die widerborstige Frage stellte, wann es endlich einen Fernsehfilm geben werde, in dem wenigstens ein einziger anständiger deutscher Soldat gezeigt werde. Es sei wohl schlechthin unmöglich, daß eine ganze Generation von Deutschen ausschließlich aus Verbrechern bestanden habe. Das trug ihm den Widerspruch des geschäftstüchtigen Knopp und seiner Gefolgsleute ein, vor allen Dingen des Grafen Einsiedel, der als Luftwaffenleutnant sehr früh in sowjetische Gefangenschaft geraten war und dann auf seiten des "Nationalkomitees Freies Deutschland" gegen sein Land für Stalin agitierte.

Es steht zu befürchten, daß die noch ausstehenden fünf Folgen dieses Machwerkes in der Qualität nicht viel besser sein werden. Darum bleibt es dabei: Wenn im Fernsehen Knopp kommt – Knopf drücken. Michaela Weiser


 
     
     
 
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