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Zentralrat der Juden in Deutschland

 
     
 
In der "Süddeutschen Zeitung" vom 6. August fand ich eine ebenso erstaunliche wie erschreckende Meldung. Helmut Kohl, so berichtete das Blatt, habe gesagt, das Holocaust-Mahnmal in Berlin müsse "schon wegen der Reaktion der Weltöffentlichkeit, etwa der amerikanischen Ostküste" gebaut werden. "Alles andere ist undenkbar."

Über dieses Zitat muß man lange nachdenken. Denn es besagt nichts anderes, als daß die Beschäftigung
mit unserer Vergangenheit ein neues Stadium erreicht hat: "Bewältigt" wird nicht mehr aus eigener, freier Einsicht, sondern unter Druck von außen. Und: der Bundeskanzler ist nicht mehr Herr seiner Beschlüsse, sondern Objekt einer kaum verhohlenen Erpressung.

Ich wende mich an Sie, weil die Dinge in eine verhängnisvolle Richtung laufen: Ein derartiges Mahnmal, das unter den gegebenen Umständen von der Mehrheit der Deutschen als eine Art von Geßler-Hut empfunden würde, kann einem normalen Zusammenleben von jüdischen und christlichen Deutschen nicht förderlich sein. Die Dimension, die Kosten und die architektonische Brutalität des Mahnmals lassen befürchten, daß der gesamte Komplex der "Vergangenheitsbewältigung" jedes Maß zu verlieren droht.

Wenn des Kanzlers Hinweis stimmt, dann haben wir es mit einem Machtanspruch jüdischer US-Organisationen zu tun, gegen den gerade Sie als deutscher Patriot Stellung beziehen müßten. Es handelt sich um dieselben Organisationen, die zuletzt drei Jahre lang die Schweiz erpreßt haben – mit dem traurigen, aber fast vorhersehbaren Ergebnis, daß dort antisemitische Reaktionen provoziert werden.

Die "Neue Zürcher Zeitung" schrieb dazu am 22. August: "Moralische Achtung vermag man für Edgar Bronfman nicht aufbringen, der der Schweiz auf dem Höhepunkt des Streits mit dem ,totalen Krieg‘ gedroht hat – Leute, die mit übelsten Begriffen der Nazi-Zeit hantieren, verspielen ihr Ansehen."

Warum helfen Sie nicht mit, daß Deutschland zu einem geläuterten, ruhigen und normalen Verhältnis zu seiner Geschichte findet. Dazu würde auch gehören;

• daß die forcierte, künstliche Aufnahme von jüdischen Kontingentflüchtlingen aus der ehemaligen Sowjetunion, die nie vom NS-Regime verfolgt wurden und nie etwas mit Deutschland zu tun hatten, beendet wird, weil sie unser Land vor wachsende Aufnahmeprobleme stellt,

• daß die Lüge von der kollektiven Verantwortung der Deutschen für Hitlers Verbrechen entschieden zurückgewiesen wird;

• daß so lange nach dem Krieg nicht immer neue Wiedergutmachungszahlungen gefordert und geleistet werden;

• daß die Vertreibung von Millionen Deutschen nicht länger in unerträglicher Weise als "Wanderschaft" verharmlost wird, wie zuletzt in einer historischen Ausstellung des deutschen Bundestages geschehen;

• und eben auch, daß das Schicksal der europäischen Juden nicht länger kommerzialisiert und politisch instrumentalisiert wird.

Ich befürchte, daß diese Art von fehlgeleiteter "Vergangenheitsbewältigung" Wasser auf die Mühlen von Neo-Nationalsozialisten ist, daß sie auf Dauer einem neuen Antisemitismus Verschub leisten könnte, daß sie absolut nichts zum Überleben Israels beiträgt, daß sie Deutschland mental vergiftet und unser Land davon abhält, sich tatkräftig und optimistisch mit seinen nicht gerade kleinen Zukunftsproblemen zu befassen.

Gefragt ist jetzt Nachdenken, Umdenken – und eine Kehrtwendung. Dazu können gerade Sie beitragen. Dies ist meine Bitte und Aufforderung an einen ehemaligen Parteifreund.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Heiner Kappel

Generalsekretär Bund Freier Bürger

Ignatz Bubis ist Mandatsträger der FDP in Frankfurt/M., Dr. Heiner Kappel MdL war bis vor wenigen Monaten Mitglied  der FDP-Landtagsfraktion in Hessen.

 

 
     
     
 
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