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Interview: Von Toleranz keine Spur

 
     
 
Nach den islamistischen Terrorakten vom 11. September oder dem jüngsten Anschlag auf eine Moschee in Tunesien wurde immer wieder hervorgehoben, daß es nicht um eine Auseinandersetzung mit dem Islam gehe, sondern mit fanatischen Islamisten. - Gibt es diese klare Trennungslinie?

Brauns: Nikolaus Lokowicz, Ex-Rektor der katholischen Universität Eichstätt, widersprach dieser Auffassung mit aller Entschiedenheit. Er meinte, es gehe um die Auseinandersetzung des säkularisierten Westens mit Ländern und Kulturen, für die ihre Religion noch von zentraler Bedeutung ist.Die Scheidung in "guten" und "bösen" Islam ist eine künstliche
. Es gibt weder einen bösen Koran noch einen guten. Der als böse bezeichnete Islamismus ist authentischer Teil des Islam, der sich nur dadurch abhebt, daß er die system-immanenten Grundsätze dieser Religion konsequent verwirklichen will. Islamismus ist also die radikale, aktivistische und fundamentalistische Speerspitze des Islams.

Wie tolerant ist der Islam?

Brauns: Im Koran gibt es 204 Verse gegen Nicht-Muslime. Darin werden den "Ungläubigen" harte Strafen angedroht. Die "Gläubigen" sollen keine Freundschaft mit Menschen schließen, die nicht dem Islam angehören.In der 47. Sure, 36 heißt es ausdrücklich: "Seid daher nicht mild gegen eure Feinde und ladet sie nicht zum Frieden ein: Ihr sollt die Mächtigen sein; denn Allah ist mit euch, und er entzieht euch nicht den Lohn eures Tuns (eurer Taten im Krieg)." Das bekommen schon kleine Kinder in den Koranschulen zu hören. Der Begriff der Nächstenliebe fehlt; Toleranz gegenüber Andersgläubigen kann ich nicht erkennen.

Welche Folgen hat das für die Praxis?

Brauns: Obwohl es Unterschiede in den einzelnen Staaten gibt, ist doch festzuhalten, daß Juden und Christen in allen islamischen Ländern einem furchtbaren Rassismus religiöser Art ausgeliefert sind. Die Christen im Sudan, in Ägypten oder Pakistan erhalten dabei so gut wie keine Hilfe von den finanziell potenten, oft aber glaubensschwachen Kirchen des Westens.

Gibt es grundlegende Unterschiede zwischen Islam und Christentum?

Brauns: Neben dem bereits erwähnten Fehlen der Nächstenliebe im Islam darf man nicht übersehen, daß Mohammed ein Feldherr und Politiker war, der anderer Leute Blut vergoß. Beim Verdacht des Abfalls vom Glauben wurden sogar eigene Mitstreiter hingerichtet.

Vermutlich hat der Naturwissenschaftler Pascal Recht, wenn er betont: "Christus ließ sich ermorden, Mohammed ließ morden." Trotzdem muß ich als Christ Muslime als meine Brüder annehmen. Zugleich muß ich allerdings auch mit ihnen geistig fechten.

Besteht ein Zusammenhang zwischen Islam und Gewalt?

Brauns: Dem ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Peter Frisch zufolge ist die Gewaltbereitschaft junger Türken in Deutschland das Ergebnis islamistischer Lehren, die die unbedingte Geltung des Islam über den religiösen Bereich hinaus fordern. Die 31 500 im Verfassungsschutzbericht aufgeführten moslemischen Extremisten samt ihren Sympathisanten, die wohl in die Hunderttausende gehen können, sind eine große Gefahr für den demokratischen Rechtsstaat.

Der bayerische Innenminister und mögliche nächste Bundesinnenminister Günther Beckstein erklärte einmal, die bisherige Kooperationsbereitschaft der Muslime in bezug auf das Aufspüren von Extremisten sei enttäuschend. Der Appell an die in Bayern lebenden geistlichen Oberhäupter sei ins Leere gelaufen. Überrascht Sie das?

Brauns: Nein, überhaupt nicht. Es gibt im Islam den Begriff "Takiya", was soviel wie Verschweigen oder Geheimhalten bedeutet. Das ist dann erlaubt, wenn es dem Wohlergehen der Religion dienlich ist. So bekennen sich die Islamisten nach außen zum Grundgesetz, nach innen aber gilt das Gesetz der Scharia. Einer Umfrage zufolge halten 50 Prozent der hier lebenden Muslime den Koran mit dem Grundgesetz für unvereinbar. Eine Trennung von Staat und Religion ist für sie nicht hinnehmbar.

In Vorträgen weisen Sie immer wieder auf die Problematik an Schulen hin.

Brauns: In den Außenbezirken der französischen Großstädte, in die sich kaum noch ein Polizist reintraut und in denen der islamische Bevölkerungsanteil besonders hoch ist, kann die Schlacht zwischen Tours und Poitiers im Jahre 732, als Karl Martell die Freiheit Westeuropas verteidigte, nicht mehr erwähnt werden. Da regt sich derartiger Protest, daß die Lehrer überfordert sind. Die Jugendlichen verlassen einfach das Klassenzimmer und weigern sich anhören zu müssen, wie ihr geistiges Koordinatensystem angegriffen wird.Ähnliche Zustände haben wir in Nordrhein-Westfalen oder Bayern, wenn die Belagerungen von Wien durch die Türken in den Jahren 1529 und 1683 thematisiert werden.

Daß wir in deutschen, französischen oder englischen Städten ein Islam-Problem haben, ist offensichtlich, auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen. Wie ist es aber im östlichen Europa?

Brauns: Die jetzigen Auseinandersetzungen auf dem Balkan - in Bosnien, Mazedonien und im Kosovo - werden nicht zuletzt auch von einem immer militanter vertretenen Islam mit angefacht. Während die EU hilft, Straßen oder Schulen aufzubauen, beschränkt sich die Leistung bestimmter islamischer Staaten auf den Bau von Moscheen und die Ausbildung radikaler Lehrer und Vorbeter. Auch in der Russischen Föderation sehe ich längerfristig ein ernstes Islam-Problem, obwohl die dortigen Glaubensrichtungen von geringerem Fanatismus geprägt sind.

Sie spielen auf den Kaukasus an...

Brauns: Nicht nur. In dem Riesenreich haben wir es mit dem Problem einer allgemein sehr niedrigen Geburtenrate zu tun - im Schnitt liegt sie bei 1,17 Kindern pro Frau, und Statistiker sagen bis 2016 einen Bevölkerungsrückgang um über zehn Millionen voraus -, während die moslemischen Völkerschaften der Föderation stark wachsen. In Tatarstan stieg in den letzten vier Jahren die Zahl islamischer Gemeinden von 200 auf 1000. Die Zeitung Rossija berichtete am 4. Februar, daß in ein bis zwei Jahrzehnten die Hälfte des russischen Militärs aus Moslems bestehen könnte. Eine von der Iswestija letzten September zitierte Umfrage besagt, daß die vier Prozent Moslems ihre Religion viel ernster nehmen als die 73 Prozent, die sich orthodox nennen, jedoch eher selten eine Kirche betreten und wenig vom christlichen Glauben wissen.

Würde dem Islamismus mit einer "gerechteren Weltwirtschaftsordnung" der Boden entzogen?

Brauns: So eine Forderung ignoriert die fundamentalen Unterschiede der Völker. Trotz mangelnder Rohstoffe gibt es keine Dritte-Welt-Problematik in Japan, Südkorea oder Taiwan - Staaten, in denen auf Grund des konfuzianischen Arbeitsethos der Fleiß blüht. Der Islam hingegen bremst die Eigeninitiative, weil alles von Allah vorherbestimmt ist. Der Fatalismus sitzt tief und hindert den Menschen, echte Aktivität zu entfalten.

Das Gespräch führte Werner Harasym.

Jörn Brauns wurde 1939 in Wesermünde-Lehe geboren und ist seit 30 Jahren in der Erwachsenenbildung tätig, u. a. in der politischen Bildung bei den Streitkräften. Heute leitet Brauns ein Seminarzentrum in Oberpfaffenhofen bei München.
 
     
     
 
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