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Krieg und Frieden in Danzig

 
     
 
"Ein Spielfilm geht tiefer unter die Haut als eine Dokumentation", erklär Peter Poralla seine Motivation, Erlebnisberichte aus seinem Buch "Unvergängliche Schmerz. Danzigs Schicksalsjahr 1945" verfilmen zu lassen. "Nach einige Ansätzen in den 1950er Jahren hat es derartige Versuche, das Thema der Vertreibung de Deutschen ins Fernsehen oder auf die Kinoleinwand zu bringen, nicht mehr gegeben" beklagt der gebürtige Danziger.

Das Drehbuch mit dem Arbeitstitel "Freundinnen" sei fertig, so Poralla. Ih gingen ausführliche Studien zur Danziger Geschichte und zur Gestaltung von Drehbücher in der Deutschen Bibliothek
in Frankfurt voraus. Jetzt müssen nur noch die Verhandlunge mit bundesdeutschen und polnischen Produktionsfirmen zu einem erfolgreichen Abschlu gebracht werden, hofft der im badischen Freiburg lebende studierte Jurist, langjährig Stadtrat und Gastronom für das Jahr 2001.

Die Handlung beruht größtenteils auf wahren Erlebnissen im Danzig der Jahre 1942 bi 1945. Im Mittelpunkt stehen die Liebesgeschichten dreier deutscher Frauen der Jahrgäng 1922, 1924 und 1925 – ihr Alltag in der Familie, im Beruf und im Sozialgefüge de fast rein deutschen Hafenstadt am Weichseldelta (1920 waren 96 Prozent der 383 95 Einwohner Deutsche, 2,1 Prozent Kaschuben und der Rest Polen). "Ganz läßt es sic jedoch nicht vermeiden, den Stoff an der einen oder anderen Stelle dichterisc auszuschmücken und zu ergänzen", räumt Poralla ein.

Verständlicherweise will der Enkel eines Bromberger Papier-Fabrikanten nicht die ganz Handlung offenlegen, aber daß er eine der drei Protagonistinnen selbs "hautnah" kennengelernt hatte, verrät er. In Messina bei Danzig war das. Die zwei im Drehbuch beschriebenen "jungen Männer", die die Schuldirektoren-Tochte in dem als FKK-Paradies bekannten Seebad im Evaskostüm begutachteten – sam Schwestern und Vater – waren Poralla und dessen Freund.

Auch Traute Göppner, die einzige Danzigerin, die bei internationalen Sportwettkämpfe eine Goldmedaille für den Freistaat erringen konnte (im Weitsprung), ist ihm persönlic bekannt. Laut Drehbuch taucht sie im Tanzsaal des "Tobis-Palastes" in de Langgasse auf, wo sich allerhand interessante Leute treffen, darunter Teddy Suhren un andere Ritterkreuzträger der U-Boot-Schule aus dem benachbarten Gotenhafen (Gdingen). Die ordensgeschmückten Soldaten werden respektlos begrüßt mit den Worten: "Jetzt komm der Blechladen!"

Abrupt münden die vertraut wirkenden Alltagsfreuden sowie die Schilderung de Schönheiten der Stadt und ihrer Umgebung in das Chaos des Frühjahrs 1945. Auch diese plötzliche Einbruch des totalen Krieges wird der bis zuletzt tatsächlich sehr wei verbreiteten Arglosigkeit der Menschen in Ostdeutschland gerecht.

Nach dem Durchbruch der Roten Armee in Ostdeutschland und Pommern zwischen Januar un März begann im April der Endkampf um die "Festung" Danzig. Anschließen setzten sich nach dem Einmarsch der Sowjets und in ihrem Gefolge der Polen die dramatischen Ereignisse für die Zivilbevölkerung auf eine bis heute tabuisierte brutal Weise fort – bis zu ihrer Vertreibung.

Ausführlich dokumentiert wird dies in Porallas Sammelband "Unvergängliche Schmerz" anhand einer Vielzahl von Augenzeugenberichten, die Danziger Landsleute zu Papier gebracht hatten oder Ostdeutschland, Westpreußen und Pommern, die auf der Fluch durch die Stadt an der Mottlau kamen. Das Buch war ein großer Erfolg. Auf die 700 Exemplare der ersten und zweiten Auflage folgte im Herbst 1998 eine dritte, von der scho wieder knapp 3000 Bücher verkauft werden konnten.

Unter den Lesern stellen vertriebene Danziger die größte Gruppe. In letzter Zei zeigen aber auch immer mehr neugierig gewordene Bekannte und Nachbarn dieses unmittelba betroffenen Personenkreises Interesse an dem Thema.

Eine erhebliche Nachfrage stellt Poralla bei den deutschen Minderheitenorganisatione in Danzig, Elbing, Thorn, Bromberg usw. fest. Manche kennen den freundschaftliche Aktivisten noch von seiner Beratertätigkeit im Jahre 1991, als er vor Ort im Auftrag de deutschen Innenministeriums Hunderten Selbständigen in Wirtschaftsfragen zur Seite stand darunter klein- und mittelständischen Betrieben ebenso wie Ärzten, Anwälten Landvermessern und Bauern.

Nicht zuletzt erwarben das Werk so manche Polen, die es in Buchhandlungen ihres Lande ausgestellt fanden, wo deutsche Bücher keineswegs eine Seltenheit sind, oder die eine de zumeist positiven Besprechungen in der polnischen Presse gelesen hatten. Oft bedauern si das in Polen sehr lückenhafte geschichtlich-kulturelle Wissen über die nun zum eigene Territorium gehörenden ostdeutschen Gebiete.

Dies ist auch der Grund, so Poralla, warum er sein ebenfalls abgeschlossene "Westpreußen-Lexikon" nicht nur in deutscher, sondern auch in polnische Sprache herausgeben will. Erscheinen soll es im kommenden Jahr im Selbstverlag de Freundeskreis.

Das Buch "Unvergänglicher Schmerz" (400 S., zahlr. Abb., DM 48,- zzgl Porto/Verpackung) kann direkt beim Verfasser bestellt werden: Peter Poralla Reutebachgasse 63, 79108 Freiburg, Fax: 0761/52618)
 
     
     
 
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